Die Idee eines Querdenkers zur Seminarkurs-Einführung

Die Seminarkurse im G8 könnten den Unterricht am Gymnasium revolutionieren ohne dass der hohe PISA-Standard Bayerns aufs Spiel gesetzt wird.

Warum nicht die Lehrer bei ihrer Alltagsarbeit selbst lernen lassen?
Warum die Lehrer nicht in Kleingruppen bei der Konzeption der Seminarkurse moderieren und fördern?
Ein fachbezogenes und schulübergreifendes Team-Teaching in Kleingruppen mit externen Hilfen kann ein Lösungsansatz sein.

Alle Mitglieder in solchen Teams sollen persönlich das erfahren können, was sie später bei ihren Schülern anstoßen sollen. Zusätzliche Fortbildungen erst bei Bedarf auf Abruf und nicht zwangsweise verordnet. Die individuelle Entlastung und der persönliche Mehrwert müssen im Mittelpunkt der Innovation stehen, damit der Weg vom Wissen zum Handeln vollzogen wird. Wenn sich eine Arbeitsgruppe zur längerfristigen Lehrer-Community entwickelt, dann erschließt dies die bisher verborgenen Human-Ressourcen. Deshalb: Die besten Lehrer ermuntern, dass sie schulübergreifendes Team-Teaching organisieren. Dann ausgehend von diesen Keimzellen der Innovation Unterstützungskonzepte entwickeln, damit sich die Akteure nicht nur als ausgebeutete Leistungsträger der Gesellschaft fühlen. Die positiven Folgen sind abzusehen. Entspannte Situationen im späteren Unterricht, öffentliche Anerkennung der vorbildlichen und mannigfaltigen Innovationen und die Unterstützung durch die Eltern werden Impulse sein, die bei den Schülern fast ohne zeitliche Verzögerung als „gefühlte“ Neuerung ankommen werden. Dies gibt den einzelnen Lehrern ein nachhaltiges Feedback und reduziert die Gefahr des Burnout. Damit kann Schule zum Vorzeigeobjekt einer BNE werden.

Geeignete Treffpunkte im Sinne einer Pädagogischen  Lernwerkstatt nach dem Vorbild des PI München zusammen mit der Einbindung besonders interessierter Sek-II-Schüler nach dem Vorbild der Schüler-Akademie bei der MB-Dienststelle für Oberbayern-West beschreiben eine solche dezentrale Organisationsstruktur, die auch außerschulischen Partnern einen Beitrag ermöglicht.

Die Geowerkstatt München, als Initiative von Lehrern für Lehrer, möchte als Pädagogische Lernwerkstatt und als Schüler-Akademie zum Leitfach Geographie einen Beitrag leisten. Der KMK-BMZ-Orientierungsrahmen zum Lernbereich Globale Entwicklung, die natur- und geowissenschaftlichen Ansätze aus dem ehemaligen Bundesprojekt GLOBE-Germany, sowie die Ansätze zur Förderung von Gestaltungskompetenz von Prof. de Haan aus Transfer-12  liefern vielfältige Impulse zur Gestaltung und Evaluation zukünftiger W- und P-Seminarkurse, nicht nur zum Leitfach Geographie. Wenn diese Kurse erst einmal Realität sind, dann wird sich auch der sonstige Unterricht am Gymnasium allmählich in anderen Bahnen bewegen.

Die Problemlösungen in den Arbeitsgruppen sind leider nicht trivial.

  • Frontalunterricht gilt am Gymnasium als effizienteste Unterrichtsform. Da kann man abhaken, was man alles gemacht hat. Das gibt Sicherheit. Warum sollte man dies in Frage stellen?
  • Lehrer erfüllen genau das, was sie an der Uni bzw. im Referendariat gelernt haben. Und das was die Fachdidaktik liefert bleibt im Klassenzimmer meist nur graue Theorie.
  • Die Erfüllung der Bildungsstandards, die bayernweiten Leistungstests, das Zentralabitur und die PISA-Ergebnisse legen es den Lehrern nahe, alte Strickmuster weiter zu verfolgen, damit ist das Versagensrisiko für Lehrer und Schüler minimiert.
  • Überfrachtete Schulbücher gaukeln dem Lehrer vor, dass der Inhalt komplett erledigt werden muss. Diese schaffen für Schüler und Lehrer täglichen Stress.
  • Innerschulische, fachübergreifende Pädagogische Sitzungen kosten viel Zeit und bringen dem Einzelnen nur selten bemerkenswerte Ergebnisse, schon gar keinen persönlichen Mehrwert.

Diese 5 Hürden müssen in einem Team-Teaching-Ansatz überwunden werden, damit der Weg vom neuen Wissen zum Handeln Wirklichkeit wird.